ADHS & Übergewicht
Warum wir nicht vorschnell urteilen sollten!

„Der/die müsste sich einfach mal zusammenreißen, weniger essen und mehr Sport machen!“ Ein Satz, so alt wie falsch. Wenn Menschen
mehr Gewicht auf die Waage bringen, wird ihnen in unserer Gesellschaft sofort Faulheit oder mangelnde Disziplin unterstellt.
Schaut man aber durch die ADHS-Brille, wird klar: Die Verbindung zwischen ADHS und Übergewicht ist keine Frage des Charakters,
sondern pure Biologie.
Die unstillbare Suche nach Dopamin
Das ADHS-Gehirn befindet sich im dauerhaften Dopamin-Hungerstreik. Es sucht instinktiv nach allem, was schnell und verlässlich den Belohnungs-Botenstoff kickt. Und was liefert diesen Kick innerhalb von Sekunden? Richtig: Zucker, Fett und schnelle Kohlenhydrate.
Essen wird bei ADHS oft unbewusst als Selbstmedikation genutzt. Hinzu kommen drei fiese Begleiter:
- Die Impulsivität: Der Impuls, in die Kekstüte zu greifen, ist da – und bevor die filterlose ADHS-Bremse im Kopf reagieren kann, ist die Tüte schon leer.
- Die Interozeption (Körperwahrnehmung): Viele Betroffene spüren ihre feinen Sättigungssignale erst viel zu spät.
- Hyperfokus vergessen: Wer stundenlang im Hyperfokus versinkt, vergisst das Essen komplett – und wird danach vom ultimativen Heißhunger überrollt (Binge Eating).
Fazit: Bevor wir also das nächste Mal vorschnell über das Gewicht eines Menschen urteilen, sollten wir verstehen, welcher biologische
Kampf da im Hintergrund tobt. Es ist keine Schwäche – es ist ein Gehirn, das einfach nur nach Balance sucht. Mehr Mitgefühl, weniger Stigma!
Quellen:
https://gemeinsam-adhs-begegnen.de/
https://www.dgppn.de/ - ADHS verstehen



