Selbsthilfegruppe? Na klar!
Warum „Geteiltes Leid“ bei ADHS eigentlich „Geteiltes Dopamin“ ist.

Hand aufs Herz: Was ist dein erster Gedanke bei dem Wort Selbsthilfegruppe? Vielleicht ein verstaubter Raum,
lauwarmes Tee und Menschen, die im Kreis sitzen und reihum ihr Schicksal beklagen? Wenn ja, dann wird es Zeit für ein Update!
In der Neurodivergenz-Community sind Selbsthilfegruppen (SHGs) längst nicht mehr das, was sie mal waren.
Sie sind Safe Spaces, Ideenbörsen und echte Gamechanger für den Alltag. Hier sind fünf Gründe, warum du den Schritt wagen solltest.
1. Der „Endlich normal“-Effekt
Kennst du das Gefühl, dich ständig erklären zu müssen? Warum du den Schlüssel schon wieder vergessen hast oder warum
du hast seit drei Stunden an einer Aufgabe gesessen, aber nur den Wikipedia-Artikel über antike Vasen gelesen hast?
In einer SHG musst du dich nicht erklären. Ein Satz reicht, und alle nicken. Dieses Gefühl von Zugehörigkeit reduziert den
inneren Stress und das Schamgefühl massiv.
2. Hacks, die wirklich funktionieren
Kein Ratgeber der Welt schlägt den geballten Erfahrungsschatz von zehn Leuten, die das gleiche Chaos managen wie du.
- „Welche App hilft euch beim Zeitmanagement?“
- „Wie habt ihr das Gespräch mit dem Chef geführt?“
- „Welcher Saugroboter überlebt das Socken-Chaos?“
- Hier bekommst du praxisnahe Tipps, die auf neurodivergente Gehirne zugeschnitten sind.
3. Body Doubling & Motivation
Viele Gruppen treffen sich nicht nur zum Reden. Es gibt „Working-Sessions“ oder gemeinsames Aufräumen via Video-Call.
Das Prinzip nennt sich Body Doubling: Allein dadurch, dass andere auch gerade produktiv sind, fällt es dir leichter, dranzubleiben.
4. Masking adé
Im Alltag verstellen wir uns oft, um „funktional“ zu wirken (Masking). Das kostet unfassbar viel Energie. In einer guten Gruppe
darfst du zappeln, den Faden verlieren oder einfach mal ehrlich sagen: „Heute bekomme ich gar nichts hin.“
Dieser geschützte Raum ist pure Erholung für dein Nervensystem.
Wie finde ich die richtige Gruppe?
Es muss nicht immer das Treffen vor Ort sein. Heute gibt es viele Formate:
- Lokale Gruppen: klassisch vor Ort (oft über Kontaktstellen für Selbsthilfe zu finden).
- Online-Meetings: über Zoom oder Discord – perfekt für alle, die soziale Ängste haben oder räumlich unflexibel sind.
- Themenspezifisch: Nur für Frauen, für Studierende oder für Eltern von ADHS-Kids.
Mein Tipp: Schau es dir unverbindlich an. Die meisten Gruppen erlauben ein „Schnupper-Treffen“. Wenn die Chemie nicht stimmt,
zieh weiter – die richtige Community wartet auf dich!
Fazit: Eine Selbsthilfegruppe ist kein Zeichen von Schwäche, sondern ein Power-Tool für dein Selbstmanagement.
Probiere es aus – dein Dopaminspiegel wird es dir danken!



