ADHS liegt in den Genen?!
Warum die Umwelt den Abzug drückt.

„Das liegt alles nur an der Erziehung!“ Wer diesen Satz als Betroffene(r) oder als Elternteil noch nie gehört hat, lebt vermutlich auf
dem Mars. Aber die Wissenschaft spricht eine ganz andere Sprache: ADHS ist hochgradig erblich. Studien zeigen, dass die
Genetik zu stolzen 70 bis 80 % eine Rolle spielt. Aber wenn es in den Genen liegt – warum bricht es bei manchen voll aus und
bei anderen kaum?
Das geladene Gewehr und der Trigger:
Stell dir die Genetik wie ein geladenes Gewehr vor. Es ist da, es ist bereit, aber von alleine passiert erst mal nichts. Was es braucht,
ist ein Auslöser, der den Abzug drückt: die Umwelt.
Hier kommt die sogenannte Epigenetik ins Spiel. Das bedeutet: Unsere Gene sind kein starrer Bauplan, sondern sie haben quasi
„Lichtschalter“. Bestimmte Umweltfaktoren können diese Schalter umlegen und ADHS-Symptome massiv triggern oder verstärken.
Typische Trigger im Alltag:
- Chronischer Stress & Überlastung: Ein dauerhaft hoher Cortisolspiegel bringt den ohnehin sensiblen Dopaminhaushalt
komplett durcheinander.
- Traumata oder emotionale Krisen: Einschneidende Erlebnisse können die neuronale Reizverarbeitung verändern.
- Reizüberflutung: Ein Umfeld ohne Rückzugsmöglichkeiten schießt das ADHS-Gehirn ungebremst in den Overload.
Fazit: Ja, ADHS liegt in den Genen. Aber wie wir leben, wie wir mit Stress umgehen und wie wir unser Umfeld gestalten,
entscheidet darüber, wie laut die Symptome im Alltag anklopfen.
Quellen:
https://www.adhspedia.de/
https://www.med.uni-wuerzburg.de/aktuelles/meldungen/single/news/adhs-risiko/



